Kirchengeschichte von Christoph Lücke
verfasst für die Festschrift zur Orgeleinweihung 2008

Im Jahre 1420 berichtet das ostfriesische Kirchenverzeichnis die Dünenketten und im Westen einen hohen Turm mit flachem Abschluss. Einige Jahre später - um 1585 – wird dieser Turm er neut auf einer Seekarte abgebildet. Man sieht dort ein würfelförmiges Gebäude im Westen der Insel, welches viel kleiner ist als der Borkumer Leuchtturm. Der Turm diente demnach auch als Orienierungshilfe für die Schifffahrt. Um 1550 gibt es erstmals einen gesicherten Nachweis darüber, dass die Insel bewohnt ist. Damals wurden auf Norderney 16 Häuser gezählt und es gab etwa 80 Einwohner. Die Insulaner lebten in dieser Zeit vom Fischfang, von Strandgut und ein wenig Landwirtschaft für den Eigenbedarf.

Im Jahre 1420 berichtet das ostfriesische Kirchenverzeichnis erstmals über ein Kirchen - gebäude auf Norderney; es soll sich um ein turmartiges Gebäude handeln. Die älteste beannte Darstellung dieses Turmes finden wir auf einer Karte um 1555.
Hier wird Norderney in der Seitenansicht dargetellt. Man sieht die Dünenketten und im Westen einen hohen Turm mit flachem Abschluss. Einige Jahre später - um 1585 – wird dieser Turm erneut auf einer Seekarte abgebildet. Man sieht dort ein würfelförmiges Gebäude im Westen der Insel, welches viel kleiner ist als der Borkumer Leuchtturm. Der Turm diente demnach auch als Orienierungshilfe für die Schifffahrt. Um 1550 gibt es erstmals einen gesicherten Nachweis darüber, dass die Insel bewohnt ist. Damals wurden auf Norderney 16 Häuser gezählt und es gab etwa 80 Einwohner. Die Insulaner lebten in dieser Zeit vom Fischfang, von Strandgut und ein wenig Landwirtschaft für den Eigenbedarf.

 

In dem aus Backsteinen gemauerten Turm sollen einst FräuleinJeva und Djuva Idzinga, Mitglieder des Häuptlingsgeschlechtes, das in Itzendorf (1721 ausgedeicht) gelebt hat, gewohnt haben. Die Idzingas übten auf Norderney vermutlich das Strandrecht aus, das ihnen durch den Verkauf von Strandgut eine gute Einnahmequelle sicherte. Die Wohnung der beiden Frauen soll sich im Obergeschoss des Turmes befunden haben, während sich im unteren Teil ein großer Raum befand, worin man das Strandgut lagerte und Zuflucht vor Sturmfluten und Piratenüberfällen suchte. Nun stellt sich die Frage, wer diesen Turm gebaut haben könnte. Die Norderneyer Fischer, die gerade genug zum Leben hatten, waren sicherlich finanziell nicht in der Lage, einen solch mächtigen Turm ohne fremde Hilfe zu bauen. Vielleicht hat ein Häuptling den Turm bauen lassen, damit ich die Insulaner dort in Sicherheit bringen konnten.
Wenn man sich heute ein ungefähres Bild von dem damaligen Turm machen möchte, so kann man als Vergleichsbauten den alten Westturm von Wangerooge oder den Leuchtturm von Neuwerk nennen.
Dies waren mächtige Wehrtürme, die auch als Seezeichen dienten. In einem alten Kirchenbuch wird berichtet, dass der Turm von Norderney im Kriegsfalle auch mit einer Mannschaft und Geschützen bestückt war.
Der Charakter dieses Bauwerks war also sicherlich weniger kirchlich und dafür umso mehr der einer Trutzburg, umgeben von kleinen Fischerhäusern, die vermutlich aus Holz gebaut waren. Der Kirchenraum wurde im Erdgeschoss des Turmes eingerichtet. Im Jahre 1578 gab es nachweislich eine Lieferung von 500 Steinen für die Norderneyer Kirche. In Berum, von wo aus Norderney verwaltet wurde, hatte man 8000 Ziegelsteine für die Norder Kirchen hergestellt, von denen 500 für Norderney bestimmt waren. Diese Steine waren vermutlich für eine Reparatur oder den Ausbau des Kirchenraumes gedacht.

Man darf davon ausgehen, dass die Norderneyer um 1530 den evangelisch-lutherischen Glauben annahmen. Sofern Norderney vor der Reformation 1517 bewohnt war – und davon geht man ja auswaren die Insulaner Anhänger des katholischen Glaubens. In den Jahren zwischen 1550 und 1650 entwickelte sich Norderney nur sehr langsam weiter. Die Einwohnerzahl blieb über diese Zeit etwa gleich. Dann setzte ein Bevölkerungswachstum ein. In den Jahren 1695/96 sollen auf Norderney bereits 200 Personen gelebt haben und um 1709 waren es bereits 304 Insulaner. Den Mittelpunkt des Ortes bildete nach wie vor die kleine Kirche im alten Turm, doch dieser Kirchenraum wurde für die stetig wachsende Bevölkerung
allmählich zu klein, auch wenn man schon einen Altarraum (Chorraum) im Osten des Turmes angefügt hatte. Wenn man sich Pläne der alten Inselkirche anschaut, so verfügt der Raum im Erdgeschoss über eine ungefähre Raumgröße von 30qm. Um das Jahr 1700 gab es erste konkrete Überlegungen, die Kirche zu restaurieren und bei der Gelegenheit auch zu erweitern. Das Gebäude soll damals schon sehr baufällig gewesen sein. Die wenigen armen
Insulaner konnten ein solches Vorhaben aber nicht alleine finanzieren, man war auf das Sammeln von Spenden angewiesen. Hierzu holte man sich die Genehmigung des Fürsten von Ostfriesland.